Seit Jahren stehen Petrol Girls für kompromisslosen Punk, der persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Wut verbindet. Mit dem Song „Survivor“, veröffentlich im April 2018, rücken sie das Thema Trauma und Überleben ins Zentrum. Laut, unbequem und gleichzeitig voller Fürsorge für all jene, die Ähnliches durchmachen mussten. Der Track zeigt, dass Widerstand nicht nur draußen stattfindet, sondern auch im eigenen Körper und Kopf.

Was passiert
„Survivor“ trifft einen sofort mit einer Mischung aus Zerbrechlichkeit und Entschlossenheit. Die Musik wirkt wie ein ständiges Vorwärtsdrängen gegen etwas Unsichtbares: erst zurückhaltend, dann immer drängender und lauter. Der Song beschreibt den Weg einer Person, die sich weigert, von dem Erlebten definiert zu werden, obwohl die Erinnerungen weiterziehen, wie ein schwerer Schatten. Zwischen wütenden Ausbrüchen und fast gesprochenen Passagen entsteht das Gefühl, Zeug:in eines inneren Dialogs zu sein. Zweifel gegen Trotz, Angst gegen Lebenswillen. Am Ende bleibt kein sauberes Happy End, sondern ein hart erkämpftes „Ich bin noch da“.

Mental-Health-Bezug
„Survivor“ macht deutlich, wie eng Trauma, Depression und das Gefühl von Kontrollverlust miteinander verwoben sind. Viele Betroffene kämpfen nicht nur mit dem eigentlichen Erlebnis, sondern auch mit Scham, Schweigen und dem Druck, nach außen funktionieren zu müssen. Der Song gibt diesen unsichtbaren Kämpfen eine Stimme und erinnert daran, dass Überleben ein Prozess ist. Wie so oft bei Petrol Girls wird das Persönliche politisch: Heilung braucht Solidarität, Zuhören und Räume, in denen Verletzlichkeit erlaubt ist. Zwischen all der Härte liegt aber auch Hoffnung und die Idee, dass Selbstbestimmung zurückerobert werden kann und dass aus dem Überleben irgendwann wieder echtes Leben wird.


Text: Admin (Stand: 19.01.2026)

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